Ehrenamtlicher Einsatz im Vorstand ist ein wertvoller Beitrag für Gesellschaft und Gemeinschaft. Doch mit dieser Verantwortung gehen auch rechtliche Risiken einher, die viele Vorstände oft unterschätzen. Keine Sorge — mit klaren Strukturen und proaktivem Handeln kannst Du Deine persönliche Haftung deutlich reduzieren.
In diesem Beitrag erfährst Du, wie Du Haftungsrisiken gezielt erkennst und vermeidest — damit Du Deine Vereinsarbeit sorgenfrei gestalten kannst.
Was bedeutet eigentlich Vorstandshaftung?
Der Verein agiert rechtlich gesehen als eigenständige Person. Die Verantwortung liegt bei den Vorständen, die im Namen des Vereins handeln. Dabei unterscheiden wir:
- Außenhaftung: Der Verein haftet gegenüber Dritten für Schäden, die der Vorstand verursacht hat.
- Innenhaftung: Der Vorstand haftet im eigenen Namen gegenüber dem Verein, wenn er durch schuldhaftes Handeln Schaden anrichtet.
Gute Nachrichten: Wer ehrenamtlich oder für eine geringe Vergütung (bis 3.300 € jährlich ab 2025) tätig ist, profitiert vom Haftungsausschluss bei leichter Fahrlässigkeit (§ 31a BGB). Doch kein Schutz ist komplett — eine sogenannte grob fahrlässige Verletzung kann dennoch auf den Vorstand zurückfallen.
Die häufigsten Haftungsfallen im Vereinsalltag
Haftungsrisiken lauern häufig dort, wo Aufgaben unklar verteilt oder Wissen lückenhaft sind:
- Organisationsmängel: Unklare Verantwortlichkeiten bei wichtigen Themen (z. B. Verkehrssicherung auf dem Vereinsgelände) können im Schadensfall teuer werden.
- Finanzen & Steuern: Fehler bei steuerlichen Angelegenheiten oder bei der Erstellung von Rechnungen können nicht nur Strafen, sondern auch Vermögensverluste bedeuten.
- Datenschutz & DSGVO: Unwissenheit bei Impressum, Datenschutzbestimmungen oder Mailings kostet schnell viel Geld in Abmahnungen.
- Aufsichtspflicht: Bei Kindern und Jugendlichen müssen Verantwortliche genau prüfen, wer im Einsatz ist. Das erweiterte Führungszeugnis und ein Ehrenkodex sind heute Standard.
4 konkrete Maßnahmen, um das Risiko zu minimieren
1. Klare Verantwortlichkeiten schaffen
Strukturiere Deinen Vorstand so, dass jeder Bereich (z. B. Finanzen, Jugend, Digitales) eine eigene Ansprechperson hat. Das vermeidet Haftungsfallen durch Organisationsmängel.
2. Dokumentiere alles!
Führe detailliert Protokolle von Sitzungen, dokumentiere wichtige Entscheidungen und bewahre Nachweise freiwilliger Maßnahmen auf, z. B. Führungszeugnisse oder Datenschutz-Einwilligungen.
3. Nutze Fortbildung & Expertenwissen
Schulungen wie das VIBSS (Vereins-Informations-Beratungs- & Schulungssystem) helfen, rechtliche Fallstricke zu erkennen. Bei komplizierten Themen empfiehlt es sich, frühzeitig fachkundigen Rat einzuholen.
4. Prüfe den Versicherungsschutz
Eine private Haftpflicht reicht oft nicht. Für den Verein empfehlen sich:
- Vermögensschadenhaftpflicht: Schutz bei fahrlässigen Pflichtverletzungen.
- D&O-Versicherung: Schützt Vorstände bei Ansprüchen Dritter oder dem Verein selbst.
Deine Checkliste: Was Du jetzt tun solltest
- Satzung prüfen: Ist alles noch aktuell, besonders im Hinblick auf Gemeinnützigkeit?
- Versicherungen anpassen: Decken sie auch Vermögensschäden?
- Verantwortlichkeiten klären: Sind Verantwortliche für Verkehrssicherung, Datenschutz usw. schriftlich festgelegt?
- Jugendarbeit absichern: Liegen Ehrenkodizes und erweiterte Führungszeugnisse vor?
- Webseite & Newsletter: Sind diese DSGVO-konform?
Fazit
Haftung im Ehrenamt ist kein Grund zur Panik — vielmehr eine Chance, den Verein professionell aufzustellen. Mit klarer Delegation, konsequenter Dokumentation und einem guten Versicherungsschutz kannst Du dein Risiko erheblich senken und Dich voll auf die Vereinsziele konzentrieren.
Zusätzlich kann eine moderne Vereinssoftware die Verwaltungsabläufe vereinfachen und noch mehr Sicherheit und Rechtssicherheit schaffen.
Kurz gesagt: Wer seine Strukturen schützt, ist auf der sicheren Seite. In der Verantwortung liegt nicht nur der Schutz des Vereins, sondern auch Dein persönliches Engagement — damit Du den Spaß an der Sache behalten kannst! 🎉